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energate Gasmarkt Ausgabe 01|2021

Thema des Monats: 2020 - Jahresrückblick & Ausblick

Dr. Heiko Lohmann Dr. Heiko Lohmann

Ich hoffe, Sie haben alle das Jahr gut und vor allem gesund begonnen. Leider wird uns Covid-19 auch 2021 weiter beschäftigen. In meinem traditionellen Jahresrückblick sowie der Vorschau auf das Jahr 2021 im ersten Heft des Jahres spielt natürlich auch die Coronakrise eine Rolle. Die auf Energiethemen spezialisierte Unternehmensberatung Team Consult hat speziell für mich einen Ausblick auf die möglichen Auswirkungen von Covid-19 auf die Gasnachfrage in diesem Jahr erstellt. Sie finden diese Prognose im Einleitungskapitel.

Sofern Sie in Deutschland wohnen und mit Öl oder Gas heizen, ist zumindest für ihren Lieferanten der Rohstoff teurer geworden. Bei Gas sind es exakt 0,4551 ct/Kilowattstunde, um die der Preis durch den neuen, nationalen CO2-Preis steigt. Auswirkungen auf den Gasverbrauch wird dies vermutlich nicht haben, dazu ist der Preis noch zu niedrig. Davon ist zumindest die Unternehmensberatung Enervis überzeugt - um für eine zweite Unternehmensberatung "Werbung" zu betreiben. Erst bei einem CO2-Preis von 80 bis 100 Euro/t ergeben sich in dem Wärmemarktmodell der Berater substanzielle Rückgänge bei der Gasnachfrage. Genaueres dazu steht in diesem ener|gate Gasmarkt. Die Dekarbonisierung des Wärmemarktes ist aus meiner Sicht eine der zentralen energiewirtschaftlichen Herausforderungen dieser Dekade. Jenseits von starken Ansagen (z. B. "Wir benötigen mehrere Millionen Stromwärmepumpen" oder "Wasserstoff muss auch im Wärmemarkt eine Rolle spielen!") sehe ich bisher für den Wohnungsbestand keine wirklich tragfähigen und vor allem verteilungspolitisch akzeptablen Konzepte.

Thema des Monats: 2020 - Jahresrückblick & Ausblick

Die meisten Themen, die 2020 wichtig waren werden auch 2021 auf der Agenda bleiben. Deshalb ist der Rückblick auch schon ein Teil des Ausblicks.

Covid-19: Das alles beherrschende Thema

Natürlich wird das Jahr 2020 völlig unabhängig von allen energie- und gaswirtschaftlichen Ereignissen im Gedächtnis bleiben. Covid-19 war und ist für jedes Privatleben, aber auch für alle Arbeitsprozesse extrem einschneidend. Offen gestanden: Noch im März hat ener|gate Gasmarkt die langanhaltenden Auswirkungen auf unser aller Leben grandios unterschätzt. Was aber auch zu vermelden bleibt, ist die weiter bestehende Resistenz (oder neudeutsch: Resilienz) der Gaswirtschaft gegen die Krise. Der Autor des ener|gate Gasmarkts hat Mitte Dezember wieder mit mehreren Führungskräften durchaus größerer Gasvertriebsgesellschaften gesprochen, die von einem eher guten Geschäftsverlauf 2020 berichteten. Dennoch, die Nachfrage war im Industrie- und Gewerbekundensegment aufgrund von Covid-19 schwächer als im Vorjahr. Bei der Abrechnung der Netzkonten könnte es deshalb 2021 noch Überraschungen geben. Vor allem den Gewerbeverbrauch dürften viele Lastprofile unterschätzt haben. Zumindest das Gaspool-Marktgebiet war in vielen Sommermonaten stärker überspeist als in den letzten fünf Jahren. Auf die hohen Überspeisungen weist der Marktgebietsverantwortliche in seinem gerade erschienenen Regelenergiebericht hin. Vor allem im März hat dies zu deutlich höheren Salden auf den Netzkonten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geführt. Das Phänomen tritt im NCG-Marktgebiet nicht auf. NCG schreibt in dem Regelenergiebericht, der Mitte Dezember erschienen ist, explizit, außergewöhnlich hohe Überspeisungen hätten nicht stattgefunden.

GastransportNord Stream 2

Ende November und im Dezember haben sich die Ereignisse rund um Nord Stream 2 wieder mal überschlagen. Es begann am 15. November. An dem Tag hat das US-amerikanische Außenministerium seinen vierteljährlichen Bericht zu den Sanktionen unter PEESA dem zuständigen Kongressausschuss übermittelt. Der Bericht enthält die Unternehmen, die mit Sanktionen bedroht werden sollen, weil sie gegen die Regeln des Sanktionsgesetzes verstoßen. Mitte Oktober hatte das Außenministerium angekündigt, diesen Kreis weiter zu fassen. Nicht nur Unternehmen, die Schiffe zur Verlegung der Pipelines bereitstellen, sondern auch Unternehmen, die solche Arbeiten unterstützen, sollen mit einbezogen werden (ener|gate Gasmarkt 11/20). Der Bericht ist nicht öffentlich, aber DNV GL, ein Dienstleister für Prüfungen und Zertifizierungen, hat im November Zertifizierungen für die russischen Verlegeschiffe eingestellt, um nicht auf der Sanktionsliste zu erscheinen.